ÜBER MICH & DIE KOPFKIRMES

Autodidakt – Hobbyist – Nimmt sich selbst nicht ganz ernst – Mag es unkonventionell/unkompliziert – Manchmal sehr direkt – Kasperkopp – Mag es nicht in der dritten Person von sich zu sprechen – Selbstbeschreibungen stinken! – Ruhrpott

Diesen Blog nutze ich schon mehrere Jahre, um mal mehr oder weniger aktiv aus meinem Leben zu erzählen & zu schreiben. Die Themenschwerpunkte haben immer mal wieder gewechselt, einen roten Faden gab es nie wirklich. Dies möchte ich nun endgültig ändern und diese Plattform nutzen um -aus meiner ganz persönlichen Sichtweise- über den Umgang mit meiner „Kopfkirmes“ und allem was dazu gehört zu berichten…

Und jetzt mal ohne Spaß!

Ich bin recht schlecht in der Kunst der Selbstbeschreibung. Trotzdem versuche ich es einfach mal: Geboren bin ich Anfang der 80er Jahre im wunderschönen Hagen. Dort habe ich die ersten Lebensjahre auch verbracht, bevor die Familie nach Schwerte gezogen ist. Nach der Kindheit & Jugend dort, bin ich Ende der 90er zur Bundeswehr nach Niedersachsen gegangen, habe dort eine Zeit lang verbracht und fing nach der Zeit bei der Bundeswehr an „meine Geschichte“ zu schreiben. 

Nach der Zeit bei der Bundeswehr war ich recht „rastlos“. Zuerst habe ich einige Jahre in Leipzig gelebt, nach einer kurzen Zwischenstation in der „alten“ Heimat hat es mich für ein paar Jahre in den Allgäu verschlagen. Inzwischen lebe ich wieder seit einigen Jahren mit meiner Kopfkirmes & Katze in der schönen Stadt Schwerte (Dem Tor zum Sauerland Ruhrgebiet) und bin definitiv angekommen. Das Ruhrgebiet ist einfach mein Ding, hier bekommt mich so schnell niemand mehr weg. ;) In meiner Freizeit höre ich ungemein gerne Musik (Von Jazz über Rock bis hin zu Indie), lerne von & rede gerne mit Menschen (Sofern ich gerade Lust auf Menschen habe), interessiere mich für Persönlichkeitsentwicklung & Hypnose, zocke die ein oder andere Stunde an meiner Spielkonsole, trinke ab & an mal einen guten Whisky, koche & esse gerne gutes Essen, „rauche“ schon längere Zeit nicht mehr sondern bin auf „Dampf“ umgestiegen und versuche mich (auch in Zukunft) an der frischen Luft zu bewegen. 

Und was ist jetzt „meine“ Geschichte?!

„Meine Geschichte“ beginnt eigentlich nach der Bundeswehr. 2003/2004 war die Trennung von meiner damaligen Lebensgefährtin, mit allem Krach den man sich nur vorstellen kann. 2004 bin ich dann -auf Veranlassung meiner damaligen Hausärztin- das erste Mal in „Kontakt“ mit therapeutischer Behandlung gekommen. Ich war 8 oder 9 Wochen in einer teilstationären Tagesklinik. Dort habe ich dann auch das erste Mal eine fundierte Diagnose bekommen:

Mittelgradige Depression/Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Rückblickend & um ehrlich zu sein, hat es mir damals ganz schön die Schuhe ausgezogen. Besonders die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung brachte mich zu dieser Zeit noch mehr ins Taumeln. Es hatte für mich etwas „Schlechtes“ an sich. Daraus resultierend, habe ich im Jahr 2005 erneut für 9 Wochen eine Tagesklinik aufgesucht. Dort wurde nach der ersten Diagnose erneut geschaut, was denn mit mir „nicht stimmt“. Die Entlassungsdiagnose war exakt die gleiche wie schon bei der ersten Behandlung. Nur mit dem „Zusatz“, dass mir dringend eine ambulante Fortsetzung der Therapie empfohlen wurde. Durch meinen „jugendlichen“ Leichtsinn habe ich diese Vorgabe aber damals nicht erfüllt. Ich dachte, ich könne mich selbst dieser Diagnose stellen und habe versucht damit zu leben.

Das gelang mir anfänglich auch recht gut. Zwar habe ich nie ein „Musterleben“ geführt – in allen Belangen-, aber ich kam zumindest für mich zurecht. Ich hatte meine Diagnose immer im Hinterkopf, konnte mich somit drauf einstellen und damit umgehen. Natürlich… Rückwirkend fallen mir sicherlich zahlreiche Punkte ein, an denen ich mich trotzdem „falsch“ verhalten oder die ich nicht gänzlich souverän gemeistert habe. Nichtsdestotrotz ging es mir zu dieser Zeit „relativ“ gut. Ich habe nach einigem Ausprobieren sogar vor ein paar Jahren noch einen neuen Beruf erlernt, bin da anfänglich auch gut angekommen und sogar daran gewachsen. Leider bleibt nicht alles wie man es sich wünscht…

2017 – Steine, so groß wie Berge!

Manchmal kommt „das Schicksal“ völlig unerwartet und legt Dir Steine in den Weg, die im ersten Moment enorm riesig aussehen. So habe ich mich Anfang 2017 bei meinem Jobverlust gefühlt. Diese Gefühl der Machtlosigkeit hat mich erneut völlig von den Füßen gehauen. So sehr, dass ich mich völlig zurückgezogen, mich um wirklich nichts mehr gekümmert und mein Leben eigentlich nur noch im Schlaf- & Wohnzimmer verbracht habe. Neuer Arbeitsplatz, Meldung bei der Agentur für Arbeit, Krankmeldung, selbst alltägliche Telefonate… Daran war erst gar nicht zu denken. Ich habe mich in der Zeit -rückblickend- völlig aufgegeben. Was aufgrund der oben genannten Diagnose meinem Zustand natürlich nicht besonders zuträglich war. 

Im Frühsommer 2017 habe ich dann -durch einen glücklichen Zufall- nochmals versucht in den Beruf zurückzukehren. Dies war jedoch nur ein kurzer Versuch, gut ein halbes Jahr später verlor ich erneut meinen Arbeitsplatz. Das war der Zeitpunkt, an dem ich dass erste Mal bemerkt habe, wie sehr mich der Schlag Anfang 2017 doch umgehauen hat. Da ich durch die Phase des „Nichtstun“ Anfang des Jahres arg in finanzielle Schieflage geraten bin, konnte ich mich wenigsten diesmal um das „Nötigste“ kümmern. Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht genau wie ich es geschafft habe diese ganze Bürokratie zu überstehen, ich habe wohl einfach funktioniert. Den Rest des Jahres 2017 habe ich mich also mit diversen Ämtern rumgeschlagen, wurde nicht oder falsch verstanden was meine Situation angeht und habe trotzdem -so gut es ging- mitgezogen. Im Frühjahr 2018 bemerkte ich allerdings, dass mir auch diese Belastung auf Dauer zu viel wurde, weswegen ich erneut meine Hausärztin aufsuchte und mich habe Krank schreiben lassen. Natürlich wurde viel über meine „Vorgeschichte“ gesprochen, mir wurde geraten professionelle Hilfe auf jeden Fall in Anspruch zu nehmen. Die Suche nach einem passenden Therapieplatz gestaltet sich leider noch immer nicht einfach und ist vor allem mit sehr langer Wartezeit verbunden. Einen ambulanten Therapieplatz zu bekommen ist ad hóc fast nicht möglich, so dass ich auf meine früheren Erfahrungen zurückgegriffen habe und erneut bei einer Tagesklinik vorstellig geworden bin. Es ging dann dort sogar recht flott das mir ein Platz zugesichert worden ist, so dass ich von Anfang Oktober bis Anfang Dezember 2018 erneut in Behandlung war.

Rezidivierende Depression/Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Das ist also die vorerst letzte (fachliche) und im wesentlichen nicht sehr veränderte Diagnose. Ich weiß natürlich, dass sie nicht unbedingt in Stein gemeißelt ist und dass da sicherlich mal mehr, mal weniger Anteile von durch kommen. Zudem werde ich wohl in der zukünftigen ambulanten Therapie noch viel über/von dieser Diagnose lernen. Noch viel mehr, als ich in den letzten 14 Jahren schon gelernt habe. 

Inzwischen kann ich sogar sagen, dass ich mich auf diesen Weg sogar ein wenig freue. Denn mit der letzten Teilstationären Behandlung, ist mir eins klar geworden: Diese Diagnose wird mich auch weiterhin in meinem Leben begleiten. Jetzt muss ich zusehen, dass ich mich damit so gut wie möglich arrangiere um nicht wieder auf der Kopfkirmes unnötige Runden zu drehen…

Vielleicht mögt ihr mich auf einem kleinen (oder großen) Teil des Weges begleiten.
Ich würde mich freuen…