Project Cars – Die Rennsemmel auf der XBOX ONE

Huihuihui…Nicht nur die Maibäume schlagen aus.
Auch eine neue Rennsimulation. Project Cars ist (endlich) da!
Ein kleiner Quick-Look auf Slightly Mad Studios (Meister)Werk.

Project-CARS

Vorne weg…Hier schreibt ein „Casual-Gamer“ der mit dem Controller auf der heimischen Couch sitzt. Kein „Rennverrückter“ Simulationsfreak mit eigenem Raceseat im Wohnzimmer. Daher verzeiht mir bitte die ein oder andere Plattitüde. ;)

Es ist also so weit…PROJECT CARS steht wirklich im Regal. Angekündigt wurde es (vor Dekaden) für November 2014, was dann aber nicht gehalten werden konnte und deswegen auf Frühjahr 2015 verschoben wurde. Auch dieser Termin konnte nicht eingehalten werden, so dass auf dem Zettel der 07. Mai 2015 stand. Und dieser Termin konnte eingehalten werden. Seit gestern kann man die Reifen also qualmen lassen. So unspektakulär (Die nächste Racingsim auf diversen Plattformen…Eigentlich nicht Neues!), so gut.PROJECT CARS wurde im Vorfeld massiv gehyped. Nicht nur, weil das Spiel per „Crowdfunding“ finanziert wurde, sondern auch weil es die Genrekönige vom Thron stoßen sollte. Wie das bei so vielen Hypes ist, nicht alles wurde eingehalten…

Ich selbst bin vor etwa einem Jahr auf PROJECT CARS aufmerksam geworden. Irgendwie bin ich seit meiner PC Zeit an „Rennspielen“ hängen geblieben. Bin ja auch im echten Leben etwas „Autoaffin“. Daher ist es nur logisch, dass man dieses Hobby auch gerne auf der Konsole weiter betreibt. Seit der XBOX 360 und Forza 4, habe ich so ziemlich alles mitgenommen was im Angebot war. Und bislang war mein Liebling FORZA 5 auf der XBOX ONE. Das wird sich in den nächsten Monaten (?) aber wohl ändern. Denn PROJECT CARS macht einiges anders als FORZA 5.

Als allererstes…PROJECT CARS ist eine waschechte Simulation. Und das sogar auf der XBOX ONE. Die PC-Fahrer werden da sicherlich noch viel mehr Simulation drin sehen…Allein die zahlreichen Tweaks für die Steuerung, Unterstützung für diverse Lenkräder und sogar Second-Screen Apps. Auf dem PC ist PROJECT CARS ganz sicher das, was es sein will. Eine Simulation für Hardcore Rennfans (Allerdings gibt es auf dieser Plattform durch noch -bessere- Alternativen). Auf der XBOX ist PROJECT CARS allerdings auch ein Schwergewicht in Sachen Simulation. Wo die „Need for Speed“ Serie noch die Arcade-Zocker ansprechen sollte (Spiel starten, Wagen wählen, fahren…Optik und den Spaß genießen), da ist FORZA 5 schon weitaus Simulationslastiger. Allerdings eben noch lange nicht so sehr wie PROJECT CARS. Beim berühmten Genrekollegen FORZA 5 geht es noch viel um den Schein. Hammergrafik, Hammerautos, Hammerpower. Der wahr gewordenen Männerspielplatz in Sachen PS-Schleudern. Viele Autos, einige Strecken. PROJECT CARS geht da (noch) einen anderen Weg. Nur 80 (!) Autos zu Beginn, kaum „Hypercars“ oder Traumautos die manch einen 14jährigen feucht in der Buchse werden lassen. Viel mehr „Rennautos“. In diversen Klassen wie zum Beispiel „Open Wheels“, GT oder sogar Kart. Eine Handvoll „Straßen- und Hypercars“ haben sich dann aber doch mit in den Fuhrpark verirrt. Diese (auf den ersten Blick) etwas eingeschränkte Auswahl ist allerdings ausgesprochen…angenehm. Man merkt anhand des Fuhrparks gleich, wo der Hase läuft. Rennen Baby! Und nicht mit nem Ferrari pseudomäßig über eine Rennstrecke fahren. Bei PROJECT CARS wird nicht mit teuren Supersportwagen um sich geschmissen…Bei PROJECT CARS wird um jeden Bruchteil einer Sekunde gekämpft. Yeah…Genau das habe ich lange bei FORZA vermisst. Man kann zwar sehr ordentlich Rennen bei FORZA fahren, aber irgendwie wars doch immer der selbe Belag auf der Pizza. Schmeckt gut, aber lässt die Abwechslung vermissen.

Auch hier haut PROJECT CARS wieder in die Kerbe und lässt Euch alle erdenkliche Freiheiten. 24h Rennen auf der Nordschleife? Im dicksten Gewittersturm fahren? Realistischer Treibstoffverbrauch und Reifenverschleiß? Alles gar kein Problem…Stellt es Euch ein so wie ihr es mögt. Genau das habe ich seit meiner PC Zeit vermisst. Und da hört PROJECT CARS nicht aus…Bei Weitem noch nicht! Die Stellschrauben für das Feintunig habe ich noch nicht mal alle entdeckt, geschweige denn dran gedreht. Bis ich mich dort eingearbeitet habe, habe ich wohl meine Ausbildung als Rennmechaniker abgeschlossen. Umfangreich trifft es kaum…Exorbitant schon eher. Sehr nett gemacht, aber für mich als Casual Gamer eher ein Buch mit sieben Siegeln. Mal sehen ob ich mich da noch wirklich dran traue…

Insgesamt gibt PROJECT CARS einem das Gefühl von Freiheit. Das spiegelt sich auch im „Karrieremodus“ wieder. Der ist nämlich von Beginn an offen. Man kann also gleich in der höchsten Klasse fahren und muss nicht erst zig Rennen in den unteren Klassen fahren um aufzusteigen. Da hat mich (manchmal) ein wenig in den anderen Spielen aus diesem Genre genervt. Credit, Erfahrungspunkte oder sonst was „erfahren“ um weiter zu kommen. Und im Falle eines FORZA 5 wird das dann schnell etwas eintönig. Da setzt PROJECT CARS an der richtigen Stelle an. „Mach einfach mal!“ lautet die Devise. Nett…Sehr nett. Ansonsten darf man sich vom „Karrieremodus“ nicht viel erwarten. Story, Langzeitmotivation oder ähnliches gibts auch hier nicht wirklich. Mal gucken, ob es in Zukunft noch irgendwelche DLCs in diese Richtung gibt. „Autopakete“ werden ziemlich sicher kommen. Da ist also noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.

Kommen wir aber mal zum Kernpunkt eines solchen Spiels. Die Rennen. Dazu eigentlich nur ein Wort…“GEIL!“. Endlich mal wieder vernünftig um jede Millisekunde kämpfen (Und wie gesagt, ich bin noch eher als Casual Gamer unterwegs!). Und erst das Feedback was Euch die Autos geben…Traumhaft! Es fetzt richtig, die Kurven bis zum letzten Punkt auszufahren. Bremspunkte zu „erfahren“, Stoßstange an Stoßstange über den Asphalt zu flitzen. Ein geniales Gefühl. Da macht die KI -erstaunlicherweise- ganz schön was her. Zwar werden immer wieder die „Drivatare“ aus der FORZA Serie gelobt, aber ich muss sagen dass die Gegner bei PROJECT Cars auch arg anspruchsvoll sind (Gerade bei Schwierigkeit 60+). Aber auch optisch macht PROJECT CARS einiges her. Die Fahrzeuge sehen fantastisch aus, die Cockpits sind sehr detailliert gestaltet (Endlich funktionierende LCD Screens mit allen wichtigen Renninfos!). Aufs HUD habe ich bei PROJECT CARS inzwischen gänzlich verzichtet. Der Sound bläst einen ebenfalls weg. Die Motoren klingen sogar noch einen Tacken besser als beim Konkurrenten FORZA 5. Alles in allem fühlt man bei PROJECT CARS deutlich den Druck hintern den Autos. Und auch das Feeling innerhalb eines Rennen ist das beste seit langen. Spaß und Anspruch in genau der richtigen Mischung. Chapeau!

Allerdings gibt es auch kleinere Wermutstropfen. Da wäre zum Beispiel die Grafik außerhalb der Fahrzeuge. Ich bin ein wenig enttäuscht und hätte mir mehr erwartet. Zumindest bei mir ist deutliches Kantenflimmern erkennbar, außerdem gibt ziemliche hässliche PopUps im Innenspiegel. Dass die Rennstrecken hinter dem Asphalt etwas steril wirken, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Auch das Wetter sieht nicht ganz so toll aus wie ich es mir erwartet habe. Regen und/oder Sturm machen optisch zwar schon einiges her, aber es gibt bessere Effekte (FORZA HORIZONT 2). Alles in allem muss man PROJECT CARS in Sachen Grafik aber durchaus im oberen Bereich (auf der Konsole) ansiedeln. Schon allein wenn man bedenkt, dass PROJECT CARS bloß schlanke 19GB (!) auf der Festplatte der XBOX belegt. Das ist bei anderen Spielen häufig nur ein AddOn. Aber auch der Onlinemodus ist -Konsolenbedingt- ein wenig durchwachsen. Ich habs noch nicht häufig ausprobiert, aber jedes Mal war mindestens ein „Crashkid“ dabei. Arcardegamer halt ;) . Da sollte man wohl echt auf bekannte Spieler/Freunde oder eine „Crew“ bauen. Im Hintergrund formieren sich wohl sogar schon die ein oder anderen Ligen für PROJECT CARS…Wer es richtig ernsthaft angehen möchte ist dort sicherlich gut aufgehoben.

Was bleibt also nach zahlreichen Stunden in PROJECT CARS? Ich würde sagen, ein verdammt gutes Gefühl. Andere „Rennspiele“ werde ich wohl erst mal eine ganze Zeit nicht mehr starten. Dazu gibt es bei PROJECT CARS noch viel zu viel zu entdecken. Und es bleibt eben der Reiz, um jede Sekunde zu kämpfen. Sogar als „Autoaffiner“ Casual Gamer. Ich möchte gar nicht wissen, wie die Profis drauf abgehen. ;)

Und genau da möchte ich auch mein Schlusswort ansetzen. PROJECT CARS ist gut…Verdammt gut. Aber man muss wirklich ein Rennbegeisterter Gamer sein. Wer Ardardemäßig über die Strecke flitzen möchte, wird auf Dauer wohl nicht glücklich bei PROJECT CARS. Dafür gibt es dann echt genug (gute) Alternativen. Wer das Ding aber etwas ernsthafter angehen möchte, der findet bei PROJECT CARS ein dickes Stück Software für verdammt lange Zeit. Ich glaube kaum, dass es in absehbarer Zeit eine ähnliche anspruchsvolle Simulation für die Konsole geben wird. PROJECT CARS ist genau das geworden, was ein sein wollte…Eine grandiose Simulation von Rennfans für Rennfans.

Ich werde mich jetzt mal wieder in den Benzindunst stürzen und mal gucken, ob ich auf der Nordschleife die 10 Minuten knacke. Wenn ihr mögt, könnt ihr mir dabei (unregelmäßig) über die Schulter schauen. TWITCH sei Dank… ;)

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