Chaos im Kopp = Chaos auf der Straße

Hallo liebe Freunde der gepflegten Unterhaltung. Heute mal nicht eitel Sonnenschein, heute mal ein bisschen ernsthafteren Dingen im Leben.

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Ihr habt es eventuell schon mitbekommen (wer mir auf den diversen Plattformen „folgt“…), in letzter Zeit gibts im Zusammenhang mit dem Job kaum noch positive Äußerungen. Nein, ich habe keine Herbstdepressionen…Zumindest nicht in Zusammenhang mit der Arbeit. Ich habe schlicht und ergreifend einfach die Schnauze voll. Die letzten Wochen warenarg vollgepackt und die Schüler haben uns förmlich überrannt. Das sind -Jahreszeitlich bedingt- „nur“ Phasen…Habe ich mir sagen lassen. Mag sein, dass die jungen Menschen von heute mehrheitlich im Sommer ihren Schein machen wollen. Aber trotzdem kam irgendwann „alles auf einmal“. Und dabei wollen natürlich viele den Schein auch recht zügig machen. Kann ich ja in gewisser Weise verstehen. Leider haben wir Fahrlehrer eben auch unsere Grenzen (Und nicht nur vom Gesetzgeber!). Irgendwann macht der Körper und der Kopf halt schlapp. TILT…Förmlich auf die Stirn geschrieben.

Und spätestens an diesem Punkt wird es „gefährlich“. Ob man es glaubt oder nicht, Fahrlehrer müssen in jeder Sekunde mit voller Aufmerksamkeit dabei sein. Wir bilden schließlich junge Menschen aus. Wir wollen und müssen Wissen vermitteln. Wir stehen mit Rat & Tat zur Seite. Und ein bisschen sind wir auch der Kummerkasten. Das alles ist echte Arbeit (Auch wenn sich das viele nicht wirklich vorstellen können). Noch dazu kommt die Flexibilität, die in einem „Serviceberuf“ halt gefordert wird. Wenn das Ganze dann auf einen einstürzt, geht ganz schnell Energie verloren. Im schlimmsten Fall für die wichtigen Dinge. Und genau so war es bei mir. Vor meinem Urlaub habe ich bemerkt, dass mein Ausbildungsstandard mehr und mehr gesunken ist. Leider folge auf die Erkenntnis meist der nächste vollgepackte Tag. War also nix mit einer kleinen Auszeit um das Ganze mal zu reflektieren. Erschreckt habe ich mich, als ich Namen von Fahrschülern vergessen habe, mit denen ich einen Tag vorher noch gefahren bin. Genau das war der Punkt, an dem ich die Notbremse gezogen habe. Beziehungsweise kam dann mein Urlaub. Abstand…Zum Job, zum alltäglichen Stress, von dem „Druck“. Die zwei Wochen haben mir auch echt gut getan. Ich schrub es ja bereits, ich konnte mal über mich und den Job nachdenken.

Jetzt liegt der Urlaub eine Zeit hinter mir, ich bin wieder auf der Straße, der alltägliche „Trott“ hat mich wieder. Und es hat sich -bislang- leider nur wenig geändert. Zwar wird es gerade spürbar ruhiger, dem Herbst/inter sei Dank, aber meinen Fahrschülerstamm habe ich noch immer. Nicht mehr so viele wie noch vor dem Urlaub, aber immer noch genug um die Tage vollzupacken. Zudem kamen noch die ein oder anderen „Altkunden“ dazu. Ok, die erste Maßnahme die ich ergriffen habe (Danke auch an meinen Chef!), ich nehme momentan keine neuen Schüler mehr an. Ich habe mir eine Grenze gesetzt sie ich jetzt auch konsequent einhalten möchte. Zudem werde ich versuchen die Stunden besser zu planen. So blöd wie es klingt, Zeitmanagement ist ein wesentlicher und gar nicht mal so unkomplizierter Teil in diesem Job. Da fehlt mir wohl noch ein bisschen die Erfahrung bzw. das Händchen um das Ganze so hinzukriegen, dass beide Seiten damit zufrieden sind. Fahrlehrer ist eben kein Nine to Five Job. Zudem will und muss ich mir Auszeiten suchen. Ja, den ein oder anderen Tag mal frei nehmen. Einfach um mal in Ruhe über mich und den Job nachdenken zu können. Zum Glück unterstützt mich auch in dieser Hinsicht mein Chef. Die Planung ist also abgesteckt. Jetzt geht es an die Umsetzung. Aber auch das wird…Ich muss es nur konsequent durchsetzen.

Denn so weiter machen, auf selbstständige Besserung warten und dem „Grauen“ einfach nur in die Fratze schauen…So wirds nicht besser! Man muss selbst aktiv werden. Wie bereits mehrfach erwähnt, ich möchte weder ein gesundheitliches Wrack werden, noch möchte ich die Ausbildungsstandards auf dem untersten Niveau halten. Das ist nicht mein erklärtes Ziel in diesem Beruf. Dann könnte ich auch irgendwo Paletten schubsen gehen oder mich vor irgendeinem Computer verkriechen. Es ist nicht einfach, auch wenn ich vorher gewusst habe. Aber diese Herausforderungen gehören nun mal zu Berufsleben dazu. Und komischerweise…Ich freu mich auf die Herausforderung. Und ich freue mich darauf, irgendwann in meinem Rhythmus zu laufen. denn dann muss ich mir nicht (mehr) so sehr einen Kopf um den Job machen. Aufgeben ist (diesmal) keine Option! Chaka…Ich schaff das!

Und damit verabschiede ich mich und werde mal langsam zu Arbeit aufbrechen…Mit weniger Chaos im Kopp und hoffentlich auch mit weniger Chaos auf den Straßen. So long…

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