Achtsamkeit…

…oder auch: Sich selbst der Nächste sein

Um es mal etwas salopp und kurz zu formulieren. ;)
Natürlich ist „Achtsamkeit“ viel, viel mehr. Aber im Grunde kann man durchaus sagen, dass man in solchen Momenten vor allem eins ist: Bei sich selbst! Und lässt das Gestern gestern und das Morgen morgen sein. Man befindet sich „im Moment“.

In der Theorie klingt auch das wieder einfacher, als es eigentlich ist. Denn seien wir mal ehrlich… Wenn jemand mit Achtsamkeit um die Ecke kommt, schießen einem erst mal Bilder von verrückten Yogaübungen, glatzköpfigen Buddhas und spiritueller Musik in den Kopf. Und ja, das hat sogar eine ganze Menge mit Achtsamkeit zu tun. Yoga, Meditation oder andere „asiatische“ Entspannungsmethoden sind nichts anderes als Achtsamkeit. Auch wenn diese Techniken (noch immer) ein Nischendasein in der „Medizin“ führen. Ich kann allerdings aus eigener Erfahrung sagen… Völlig zu unrecht.

Ich bin ehrlich… Mir ging es, trotz meiner zwei „früheren“ Behandlungen -wo dies durchaus damals schon ein Thema war- bis vor ein paar Jahre nicht anders mit dem Thema. Klangschalen, Meditation und so ein „Gedöns“ waren für mich so weit weg, wie der Mars von der Erde. Ich konnte mich einfach nicht mit dem Thema anfreunden. Noch weniger in den ersten Behandlungen umsetzen. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich in der ersten Behandlung eine Art von „Körpergefühl“-Block hatte, in dem ich ziemlich unwohl gefühlt habe. Weil ich es damals für mich einfach noch nicht zulassen konnte. 

Das hat sich allerdings geändert. Und zwar auf ziemlich beeindruckende Art & Weise. Ich hatte vor einigen Jahren die Gelegenheit durch den Job bei einem Hypnsoeseminar teilzunehmen. 2 1/2 Tage an einem Wochenende, vorrangig zur Bekämpfung der „Prüfungsangst“ unser Klientel. Auch vor diesem Wochenende war ich hochskeptisch, hat man von Hypnose doch bis dahin höchstens mal etwas in einer drittklassigen Fernsehshow mitbekommen. Und dann wirkte das auch noch alles ziemlich albern. Menschen die hypnotisiert werden und anschließend jeden „Kappes“ mit sich machen lassen. Trotzdem bin ich, des Friedens willen, mit auf das Seminar gefahren. Und bin in gewisser Weise bekehrt worden an diesem Wochenende. Der Seminarleiter war ungemein feinfühlig, auch gegenüber der Skepsis und hat uns Teilnehmern das Thema Hypnose sehr vernünftig nah gebracht. Natürlich mit dem ein oder anderen „Showeffekten“, einfach um das „Tor“ zu dem Thema zu öffnen. Ich selbst war ungemein erstaunt, wie „einfach“ man das Unterbewusstsein erreichen kann und dort dann mit vielen „Stolpersteinen“ arbeiten & diese auch bearbeiten kann. An diesem Wochenende gab es mehr als nur einen „Aha-Moment“.

Da einige andere Teilnehmer ebenfalls schwer begeistert waren, erfolgte ein weiteres Seminar bei dem gleichen Seminarleiter. Im zweiten Teil ging es dann viel mehr um das eigene „Unterbewusstsein“ und wie wir als Teilnehmer es für uns beeinflussen können. Konkret: Selbsthypnose.
Und dieses zweite Seminar hat mir endgültig die Augen geöffnet was das Thema „Achtsamkeit“ angeht. Auf sich selbst zu hören, auf sich Acht zu geben und einfach mal im Moment in sich zu horchen. Zudem spielte da eine gewisse „Selbstbeeinflussung“ ebenfalls eine große Rolle. Ich hätte nie gedacht, dass man sich selbst so sehr „beeinflussen“ kann, das sich die „Kopfkirmes“ für eine gewisse Zeit mal abmeldet. Rückblickend ging es mir zu dieser Zeit wohl am besten mit mir & der „Kopfkirmes“. Alles „nur“ wegen „ein bisschen“ Achtsamkeit. 

Ich habe das (die Selbsthypnose) dann auch noch eine ganze Zeit praktiziert und fühlte mich, wie gesagt, auch deutlich entspannter & „leichter“. Leider blieb die „Achtsamkeit“ irgendwann auf der Strecke. Der innere Schweinehund hat damals wieder enorm an Platz gewonnen, einzelne „Rückschläge“ haben mich mehr & mehr aus der Bahn geworfen. Ich hab mich & die Achtsamkeit aus den Augen verloren. Leider, wie ich inzwischen feststellen muss.

Mit der letzten Behandlung in der Tagesklinik wurde dieses Tor aber wieder ganz weit aufgestoßen. Man wird ja im Aufnahmegespräch durchaus gefragt, welche Therapiegruppen mal sich selbst vorstellen konnte. Und aus meinen vorherigen & guten Erfahrungen mit dem Thema, wählte ich auch die Achtsamkeitsgruppe. Dort sind die Teilnehmer dann an eine unglaublich fähige & gleichzeitig einfühlsame Ergotherapeutin „geraten“. Diese Frau konnte uns auf eine leicht verständliche Art die Wichtigkeit von Achtsamkeit näher bringen, nahm uns anhand von Übungen mit und ließ bei mir die lang vergessenen „Blume“ wieder absolut aufblühen. Seit einigen Wochen praktiziere ich wieder täglich meine Selbsthypnose und möchte mich unbedingt auch im Verlauf der weiteren Therapie mit diesem Thema beschäftigen (vielleicht sogar als Form von Therapie). Ich habe -abermals- bemerkt, wie wichtig Achtsamkeit doch ist. Gerade mit und/oder wegen diversen „Einschränkungen“.

Natürlich gilt auch hier: Mein Weg muss nicht der Weg anderer sein. Dazu ist das Feld der „Achtsamkeit“ auch viel zu groß. Es gibt so viele Angebote & Möglichkeiten um sich in Achtsamkeit zu üben. Das geht von der klassischen Meditation, über Yogakurse, Entspannung mit Klangschalen bis hin zur Hypnose. Aber auch kleine, „selbstgemachte“ Momente haben viel mit Achtsamkeit zu tun. Zum Beispiel bei einem Spaziergang im Wald einfach mal einen Moment stehen bleiben, die Augen schließen und -im wahrsten Sinne- zu horchen. Auf die Geräusche der Natur & des Waldes. Oder Abends mal ganz bewusst die Tasse Tee trinken. Sich dabei von nichts anderem ablenken lassen. All das kann das Unterbewusstsein in einer Art beeinflussen, die sich mit der Zeit verdammt gut anfühlt. Ich konnte z.B. so meine Gedanken wesentlich einfacher strukturieren und selbst „negative“ Gedanken in vernünftige Bahnen lenken. Sicherlich ersetzt es keine vollwertige Therapie, aber es unterstützt & stützt dabei auf jeden Fall.

Es schadet also absolut nicht, offen gegenüber dem Thema Achtsamkeit zu sein und sich -trotz einer anfänglichen Abwehrhaltung- darauf einzulassen. Ich möchte es auf jeden Fall nicht mehr missen und freue mich förmlich schon auf die „kleine“ achtsamen Momente in meinen Tagen. :)

Bildquelle: pixabay.com

Ein Kommentar bei „Achtsamkeit…“

  1. […] aber es ging -auch dank der Kopfkirmes– irgendwann wieder verloren. Wie bereits an anderer Stelle geschrieben, hat mich die letzte Behandlung in der Tagesklinik (wieder?) an das Thema herangeführt […]

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