Zeit für eine digitale Auszeit?!

NSA, Snowden, PRISM, Google, totale Überwachung…
Die Datenkrake hat viele Namen.
Zeit für eine (digitale) Auszeit?!

Nicht erst seit dem gestrigen Snowden Interview vom NDR habe ich viel nachgedacht. Über mich, mein Onlineleben, mein Nutzungsverhalten in der digitalen Welt und der offensichtlichen Sammelwut einiger Länder & Behörden. Denn eins ist mal unbestritten. Unsere Daten werden gesammelt, gespeichert und womöglich auch ausgewertet. Und das täglich und auf diversen Servern. Das Internet hat uns viele Vorteile gebracht. Dating-Plattformen, 24h-Shopping bei der Amazone, Twitter und die digitale Ausgabe der BILD. Schönes neue Leben. Alle die nach 1989 geboren sind, dürfen sich zurecht „Digital Natives“ nennen. Und trotzdem…Jede Sonnenseite hat auch eine Schattenseite. Und das sind unsere Daten im Netz. Nirgendwo geben wir so bereitwillig Daten von uns preis, schmeissen mit den intimsten Dingen aus unserem Privatleben um uns und geben somit einen wahrlich gläsernen Einblick in unser Seelenleben.

Nicht erst seit so ein paar Bekloppte mit Flugzeugen in das WTC geflogen sind, sind diese Daten mehr wert als reines Gold. Der berühmte Esel steht heutzutage nicht im Keller und scheißt auch kein Gold, sondern kackt harte Dollars und hat die Form von diversen Serverfarmen. Und wie bereits geschrieben, wir selbst -die Internetnutzer- füttern ihn alltäglich. Denn die „smarte“ Welt von heute macht es uns ja auch all zu leicht. Facebook, Apps, Smartphones, Googles Ortungsdienst, die „Cloud“…Alles Dinge, die das Leben -vermeintlich- leichter machen. Und hey, warum nicht ein paar private Daten freigeben oder aber irgendeinen Serverhoschis an unseren Einkäufen bei der Amazone teilhaben lassen?! Was wollen die damit schon anstellen? Uns gratis Schuhe oder Topfplanzen schicken nur weil wir sie regelmäßig im Netz bestellen?! Wenn es mal nur so wäre…

Daten -ob jetzt Werberelevant oder nicht- sind in der heutigen Zeit ein wertvolles Gut. Für die Wirtschaft aber auch für die Politik. „Unterhaltung“ wird nicht umsonst auf jeglichen Kanälen platt getreten. Oder glaubt ihr, Formate wie „IBES“, „Wetten dass“ und Konsorten werden nur der Reichweite wegen auf allen möglichen digitalen Kanälen publiziert?! Nein…Ihr gebt das ein recht gutes und vor allem schnelles Nutzungsverhalten preis. Beste Möglichkeit um entweder Werbung gezielt zu platzieren (Und damit Geld zu scheffeln) oder aber gezielt solche Formate an den Mensch zu bringen (Nicht nur durch die Glotze ins Hirn, sondern auch durch Newsletter). der feuchte Traum eines jeden Programmplaners. Und das ist nur ein kleiner Bereich, wo unsere Daten genutzt werden. Viel schlimmer als irgendwelche Werbefuzzis, finde ich irgendwelche Politikerfuzzis die unser Daten nutzen, um zu gucken wie „ihr“ Land eigentlich tickt. Politiker, die eigentlich die Stimme des Volks sein sollten. Und nicht versuchen durch Daten das Volk zu beeinflussen.

Klingt alles nach hartem Tobak. Und nach Aluhut auffem Kopp. Ja, ich denke über so etwas in den letzten Monaten echt viel nach. Und Nein, bislang habe ich an meinem Nutzungsverhalten noch nicht geändert. Bislang bin ich immer noch das (hirnlose) Schaf, welches sich weiterhin munter irgendwelche Apps installiert und Google-Dienste fast jeden Tag nutzt. ich habe mir ja auch nicht vorzuwerfen. Weder mache ich gerade meinen Pilotenschein, noch habe ich 5000kg Kunstdünger im Netz bestellt. Und trotzdem beunruhig mich diese allgegenwärtige Sammelwut doch sehr. Nur von einem Tag auf den anderen den „Stecker“ ziehen? Sich vollkommen aus der digitalen Welt verabschieden? Wenn es mal so einfach wäre. Ist ähnlich wie mit dem Rauchen. Auch ich bin ein Kind der digitalen Neuzeit. Ich bin mit dem ganzen Quatsch aufgewachsen. Nutze es inzwischen sogar beruflich. Mal abgesehen davon, was ich privat alles mit dem Internet so anstelle. Und trotzdem, es keimt mehr und mehr der Wunsch nach „Entschleunigung“. Denn nicht nur die „Datenfreigabe“ bereitet mir Kopfzerbrechen. Sondern auch diese schnelllebige Zeit, das tippen einer WhatsApp-Nachricht zwischen Döner und Arbeitsbeginn, das doch so unscheinbare checken der sozialen Netzwerke direkt nach dem Aufwachen und das gedankenlose Posten von 140-Zeichen Weisheiten. All diese „Kleinigkeiten“, die an dem Rattenschwanz der digitalen Welt hängen. Ob wir ohne diesen Rattenschwanz nicht vielleicht sogar besser dran wären?!

Eine wirklich Antwort darauf habe ich bis dato noch nicht gefunden. Und bin mir auch nicht sicher, ob ich sie jemals finden werde bzw. zulassen kann. Denn womöglich hat sich das digitale Leben schon viel zu sehr in unsere Hirne gebrannt um davon los zu kommen. Ähnlich wie mit dem Rauchen.

Trotzdem huscht der Gedanken einer digitalen Auszeit noch immer durch meinen Kopf. Und wird vielleicht stärke mit der Zeit…Ich bleibe auf jeden Fall dran…An dem Gedanken. Ganz ohne Facebook, ganz ohne Twitter…Nur ein bisschen mit diesem Blog hier…

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