Die Illusion von Breitband-Internet…

Jetzt, ein paar Tagen nachdem die Telekom die „Drosselpläne“ eindeutig bestätigt hat, will ich auch mal ein paar Worte dazu schreiben. Denn die Illusion von flächendeckenden Breitband-Internet dürfte damit zerstört  sein oder zumindestens erste Risse bekommen haben…

Irgendwann gab es mal so einen schlauen Spruch von einem deutschen Top-Politiker. Dass wir alle schon bald Flächendeckend mit Breitband-Internet versorgt sind. Wäre ja auch zu schön gewesen…

Ja, die Geschwindigkeit der Anschlüsse hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Zeitgleich aber auch das Angebot , welches schon fast zwingend schnelles Internet benötigt. Online-Kaufhäuser, Musikstreaming, ganze Kinofilme per Stream & Download, diverse Clouddienste, Spielkonsole…Kaum ein gerät, welches heutzutage nicht am Netz hängt. Und da ist Geschwindigkeit halt Trumpf. Noch vor 15 Jahren waren 700kB/s verdammt schnell. Inzwischen wird man mit einer 5M/Bit Leitung ausgelacht. Dreistellig ist schon fast normal. Zugegeben, hätte keiner gedacht. Das sich dass Internet und der Datenverkehr so rasant entwickelt. HAHA…Guter Witz. Ich glaube die einschlägigen Anbieter der Anschlüsse konnten (und wollten) ganz klar damit rechnen. Umso verwunderlich, warum die Telekom -quasi als Klassenprimus- da jetzt auf einmal einen Rückzug macht. Back to the 90s…Oder so. Schön mal wie beim mobilen Internet eine Obergrenze einführen und danach drosseln. Gleichzeitig -und das ist der ganze Witz an der Sache- eigene Dienste bzw. „Partner“ von dem „normalen“ Datenverbrauch ausnehmen. Nachtigall, ick hör Dir trapsen! Das riecht arg nach Wettbewerbsverzerrung. Denn die genannten „Leecher“ können nicht der alleinige Grund dafür sein. Menschen, die professionell Software, Games & Filme „verschieben“, die sind sicherlich bei der Telekom…Behaupte ich jetzt mal. Und Leute, die saugen, werden im ganz kleinen Promillebereich Kunde bei der Telekom sein.

Ok…Dann hat der „normale“ Kunde ja keine Probleme. Das Datenvolumen ist so großzügig, da wird es für echte „Hardcore-User“ gedrosselt. Sagt das Unternehmen. In der laufenden Diskussion, finden sich einige Seiten, die dies aber widerlegen. Denn heutzutage -mit den oben angesprochenen Diensten- kommt auch ein „normaler Verbraucher“ ganz gerne mal an die Grenze. Ich selbst bin im April auf sehr ordentliche 160GB Datenverkehr gekommen. Zugegeben, ich habe im Monat jeweils zwei bis drei große Downloads. Zieh ich die ab, liege ich trotzdem noch über 100GB. Spotify, Cloud, Online-Gaming Streaming…Da kommt was zusammen. Und ich bezeichne mich nicht als „Hardcore-User“. Man sieht. Die Grenzen sind von der Telekom bewusst eng gewählt. Denn -wie oben geschrieben- eigene Dienste zählen nicht mit. Soll man die doch gefälligst nutzen. Oha…Mehrnutzen für die Telekom. Wer hätte das gedacht…

Es liegt also ganz offenbar nicht nur an den bösen Saugern da draußen. Nein…Die Telekom will scheinbar ihr Netz bzw. ihre Angebote exklusiv verkaufen. Wer was anderes/mehr will muss drauf zahlen. Ganz dumme Logik. Denn so vergrault man nicht nur Kunden (siehe den eleganten Shitstorm der letzten Wochen), sondern so erstickt man auch „den Traum“ von Breitband-Internet für jedermann ganz schnell. Und genau da hoffe ich mal auf das Eingreifen der Politik. Grad in Hinsicht auf eine mögliche Wettbewerbsverzerrung. Denn die Politik träumte schließlich auch mal diesen Traum. Und kann (oder konnte) es nicht nur in die Händer der Unternehmen legen. Denn was dabei raus kommt, dass sehen wir ja grad alle…

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