Die Sache mit der Waage

Haha…Nein, keine Diättipps. Keine Sorge! Das ist kein Thema für mich…1
Mir gehts heute um die „Lebenswaage“. Oder auch neudeutsch „Work-Life-Balance“ genannt…

 

Life-Work-Balance

„Work-Life-Balance“…Ein heißes Thema momentan in der Arbeitswelt. Sowohl auf Seiten der Arbeitnehmer wie aber auch auf der Seite der Arbeitgeber. Malochen bis zum Umfallen war einmal. Heutzutage muss sollte das Gleichgewicht stimmen. Allerdings bedarf diese Einstellung selbst auch ein wenig Arbeit…

Ihr habt es ja (eventuell) mitbekommen. Ich habe meinen Arbeitsplatz gewechselt. Wie und warum…das soll jetzt hier keine große Rolle spielen. Auch möchte ich jetzt nicht auf meinem letzten Arbeitgeber rumbashen. Ist nicht mein Ding. Allerdings hat mich der Wechsel dazu bewogen, mal wieder ein wenig über mich selbst nachzudenken2. Ich hab ja schon das ein oder andere Mal hier im Blog durchklingen lassen das der Job als Fahrlehrer kein Ponyhof ist. Das ist auch okay, man wusste ja vorher auf was man sich einlässt. Serviceberufe sind eben kein plattes Absitzen der Zeit3. Dazu kommt noch, dass wir ja teilweise auch Lehrer-, Eltern- oder Psychologenersatz sind. Nebenbei tragen wir auch noch die Verantwortung ordentliche Verkehrsteilnehmer zu „erschaffen“. Ist also nix mit „Mal eben mit der linken Arschbacke machen“! Leider wird häufig gar nicht auf diese Seite der Medaille geschaut. Selbst von Arbeitgebern nicht4. Wenn jetzt aber der Arbeitgeber, das Umfeld oder aber auch die Kunden eben genau das verlangen…„Mach mal! Egal wie, egal wie viel Du dafür schuften musst, egal wie krumm Du Dich machen musst…Hauptsache der Rubel (Oder das Auto) rollt!“, dann kotzt es mich extrem an. Und da kann es auch ein rosa Einhorn sein welches mich ankotzt…Kotze bleibt Kotze!

Jetzt hör ich schon wieder die Stimme aus dem Off, die sich leise beschwert, dass die „Generation Y“ doch nur Jammerlappen sind. Ja…Es gab eine Zeit, in der bis zum Umfallen malocht worden ist. Und ja, ich bin dieser Generation auch total dankbar dafür, was sie aus unserem Land gemacht haben5. Aber…Diese Generation hat sich auch kaputt gemacht. Ganz selbst und noch lange bevor es den Begriff „Burnout“ gab. Das ist zum Glück (langsam, aber sicher) vorbei. Inzwischen schauen immer mehr Arbeitnehmer aber auch Arbeitgeber drauf, wie es um sich selbst/die Angestellten gestellt ist. Da hat also ein gewisse Umdenken stattgefunden. Ja, den Angestellten muss (!) es gut gehen im Job. Und gut gehen heißt nicht, dass sie horrendes Geld verdienen6. Und ja, die Menschen die arbeiten, haben auch noch ein Leben. „Workaholics“…Wenn ich das schon lese, rollen sich die Fußnägel bei mir auf. Nicht, weil ich faul wäre. Sondern weil ich nicht verstehe, was bei diesen Menschen falsch gepolt ist. Klar kann ich ne 120 Stunden Woche haben…Und Weihnachten wird im Büro zwischen Schreibtisch und Kopierer gefeiert. Aber wo bleibt denn da die Lebensqualität?! Und vor allem…Wo bleibt da die Zeit, mal durchzuatmen?! Unweigerlich explodiert man da doch irgendwann wie ein Kessel ohne Überdruckventil. Nein…Ich habe absolut kein Verständnis für Menschen, die genau so ihr (Arbeits)Leben gestalten. Mir7 ist es wichtig, dass ich Zeit & Raum finde um mal abzuschalten. Arbeit mit nach Hause bringen…Mag ja schön und gut sein. Wenn es sich in Grenzen hält. Und wenn es nicht das Leben ausserhalb des Autos/der Fahrschule/des Büros beeinträchtigt. Kinners…Ich weiß wovon ich spreche. Da gabs schon die ein oder andere schlaflose Nacht, die mir der Job beschert hat.

Leider können offenbar viele Arbeitnehmer genau das nicht richtig kommunizieren. Man schaut nur mal in die Pflegeberufe…Die rennen so ziemlich alle am Limit und gehen irgendwann auffem Zahnfleisch. F.U.R.C.H.T.B.A.R.!
Leider hat es auch bei mir eine Zeit gegeben, in der ich geschluckt habe ohne etwas zu sagen. Mit der Konsequenz, dass ich ein ziemliches Arschloch geworden bin. War schon ein bisschen ekelhaft. Aber auch total anstrengend. Nicht nur aufgrund der Arbeitsbelastung, sondern auch weil man sich krumm gemacht hat, ohne einen Ton zu sagen. Und dabei ist es doch so einfach die Klappe mal aufzumachen. Reden ist eine furchtbar einfache Tätigkeit. Man muss es nur tun! Ob es dann auf Zustimmung trifft, dass steht auf einem anderen Blatt. Aber wie bereits erwähnt, wenn man den entsprechenden Arbeitgeber hat, dann sollte das -eigentlich- kein Thema sein. Und wenn nicht, dann muss man daraus Konsequenzen ziehen. Mal ganz ehrlich…Als Arbeitnehmer ist man nicht der Arsch der Nation, der den Chef durchfüttert. Auch der Arbeitgeber profitiert vom Arbeitnehmer…In zwar nicht nur in Form von vollen Kassen. Genau das sollten man in jedem Job dem Chef gleich auf die Stirn tackern. Damit vielleicht auch dem ein oder andere „uneinsichtigen“ Chef bewusst ist, woran er ist. Wenn sich die Einstellung -auf beiden Seiten- durchsetzt, hat man im (Arbeits)Leben bereits viel erreicht. Ja, ja, ja…“Träumereien“ mag der ein oder andere jetzt sagen. Dann sag ich allerdings, dass ihr es leider noch nicht verstanden habt um was es geht und wohl noch -gedanklich- zu alten Generation gehört. Schade drum…

Ich für meinen Teil, bin froh eine Arbeitsstelle gefunden zu haben, bei der genau solch eine Einstellung gelebt wird. Von beiden Seiten! Ich glaube, es macht das (Arbeits)Leben wesentlich einfacher…Auch wenn es gerade mal wieder Anlauf nimmt um Dich richtig zu fi**cken. Denn machen wir uns nichts vor…Das Leben ist keine Kirmes! Aber wenn man genug Chips für den Autoscooter hat8, dann macht auch der größte Stress noch Spaß…

So…Und ich lasse mir jetzt als vorbildliches Muster der „Generation Y“ eben jenes auf die Stirn tätowieren. Damit es auch jeder erkennt welche Einstellung ich pflege…


Außerdem muss ich echt mal nachdenken, wann und durch wen sich meine Einstellung so grundlegend geändert hat. Auf jeden Fall -unbekannterweise- sage ich mal Danke dafür! Und nein…ich werd nicht zum „Teebeutelschwinger“9

 

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  1. Sollen dass doch irgendwelche Hipster-Vegan-Rezepte-Magerwahn-Blogger machen :D []
  2. Yeah…Ich kanns noch!!! []
  3. Auch wenn oftmals diese Meinung über Fahrlehrer kursiert… []
  4. Die ja eigentlich wissen sollten, wie es läuft! []
  5. Na gut…Bekloppte AfD-Spinner, betrügerische Autokonzerne und Weichflöten-Politiker braucht es nicht unbedingt… []
  6. Okay…Das wäre natürlich nicht schlecht! ;) []
  7. Und das ist -wie so oft hier im Blog- meine ganz persönliche Meinung! []
  8. Sinnbildlich für gute und annehmbare Grundvoraussetzungen… []
  9. Danke an A. für diesen herrlichen Begriff! []

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