Jahresrückblicke aus der Hölle

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen, womöglich die ganze Welt und das gesamte Leben. Zeit für die üblichen Jahresrückblicke. Every year the same crap. Und deswegen auch hier…zu mindestens ein Versuch.

Eigentlich sollte man aufgrund des kommenden Weltuntergang nicht zurück schauen, sondern nach vorn und hart Party feiern, Frauen klar machen und Supermärkte ausrauben. Aber da sich der Maya-Kalender wahrscheinlich nur als riesengroße Ente herausstellt und die Aztekenkrieger sich vor Lachen in ihren Gräbern drehen, will ich dann doch mal zurück aufs Jahr 2012 schauen. Eigentlich sind solche Rückblicke nichts für mich. Ich gucke allerhöchsten ein paar Tage nach vorn anstatt zurück. Aber da 2012 doch recht turbulent war, mache ich dieses Jahr mal eine Ausnahme.

Anstatt eine schöne chronologische Aufstellung des vergangen Jahres -wie es andere so machen- werde ich Euch nur mit den zwei, drei „Big Things“ aus 2012 belästigen. Viel mehr gibts zu dem Jahr auch nicht zu sagen. Ein langweiliges 2012?! Würde ich nicht so sagen…ein ganz normales & gutes 2012. Auch weil es für mich keine „schlechten“ Jahre gibt. Denn wie sagt eine weise Frau aus meinem Leben immer so schön: „Es kommt wie es kommt und wer weiß wozu es gut ist!“. In diesem Sinne…

Berufliche Neuorientierung & das harte Ende

Das erste „Big Thing“ welches mich 2012 beschäftigte, war eindeutig der Fahrlehrerkurs der Anfang 2012 eigentlich sein Ende finden sollte. Genau…Eigentlich. Der Kurs besteht aus rund 6 Monate theoretischer Ausbildung mit sehr viel Lernstoff wie zum Beispiel Verkehrsrecht, Verkehrsverhalten, Technik und Pädagogik. Jau…klingt genauso trocken wie es dann auch war. Wenn es ja mal bei dem trockenen Stoff geblieben wäre. Allerdings ist es -wie eigentlich überall in Deutschland- so, dass man natürlich an gewissen staatlichen Stellen sein Wissen überprüfen lassen muss. Sprich, eine mehrstündige schriftliche und eine -eigentlich- ziemlich lockere mündliche Prüfung am Ende des Lehrgang. Leider habe ich mich zweimal ziemlich in die Nesseln gesetzt was die Prüfung angeht. Mit wehenden Fahnen untergegangen wie damals  Napoleons Heer in Waterloo. Das es nicht nur am trockenen Stoff lag, sondern auch an mir selbst, ist mir dann nach der zweite Prüfung richtig klar geworden. Deswegen habe ich danach auch erstmal pausiert um mich, anstatt auf trockenen Lernstoff, aufs Leben zu konzentrieren. Und natürlich auch um zu reflektieren, wie ich das Ding weiterhin angehe. Nichtsdestotrotz ist der Beruf des Fahrlehrer immer noch sehr spannend & interessant für mich. Und deswegen bin ich dann auch irgendwann im Sommer zu den Entschluss gekommen, dass ich es ein drittes Mal versuche. Allerdings erst im neuen Jahr um ein bisschen Abstand zu dem Ding zu bekommen. Es sieht alles schwer danach aus, dass 2013 ähnlich anfängt wie 2012. Mit viel Lernerei, Frust und einem -diesmal hoffentlich- guten Ende.

Hobby bleibt Hobby bleibt Hobby

Oder auch: Wenn man einfach mal ein liebgewonnenes Hobby an den Nagel hängt. So ist es mir 2012 mit dem Thema Fotografieren gegangen. Irgendwie war die Luft für mich raus. Auch ein Grund warum ich diesen Blog thematisch & optisch so umgekrempelt habe. Dazu aber später mehr. Was das Fotografieren angeht, so kann ich einfach nur sagen, mir war es echt dicke. Soll heißen: Ich hatte 2012 massiv das Gefühl stecken geblieben zu sein. Weder ging es ein Schritt nach vorn noch nach links oder rechts. lag vielleicht auch an meiner mangelnden Motivation Zeit & Geld in das Hobby zu stecken. Dafür kam einfach zu wenig „Feedback“. Nicht in Form von Honig ums Maul, sondern das Gefühl an etwas Spaß zu haben. Ich habe 2012 durchaus zwei, dreimal versucht etwas auf die Beine zu stellen, mit Mädels an einem Projekt zu arbeiten, aber irgendwie kam nur heiße Luft dabei raus. Vielleicht lag es auch daran, dass man 2012 an allen Ecken zugeschissen wurde von mehr oder weniger guten Fotografie. Das Jahr der Photokina, die dicklichen & schmalzigen Knipser die eigentlich nur Messehostessen in knappen Kleidchen knipsen. Aber auch die ganze Entwicklung die sich im & übers Internetz so abspielt hat mich dazu bewegt. Ein Hauen und Stechen vorm Herrn. Irgendwie wollte ich da nicht mehr mitspielen. Daher habe ich die kamera auch erst einmal eingemottet und habe eigentlich alles abgesagt was dieses Hobby betrifft. ich gucke immer noch gerne (gute) Fotografie an, werde mich aber in naher Zukunft nicht mehr diesem Haifischbecken aussetzen. Und bislang fühlt es sich verdammt gut an…

Gut gezockt ist halb gewonnen

Und dann hatte ich im Herbst den -bescheuerten- Einfall mir eine Spielkonsole anzuschaffen. Warum bescheuerte Idee?! Weils ein Zeit- und Geldfresser ist. Grob überschlagen habe ich innerhalb von drei Monaten fast 350€ nur für Spiele in diversen Geschäften liegen lassen und habe dabei zahlreiche Stunden meines Lebens vor der Kiste verloren. Aber…Es macht wieder richtig Bock. Kopp aus, Kiste an und zocken. Das habe ich seit meiner -sehr exzessiven- PC-Zockerzeit nicht mehr gemacht. Vielleicht liegt auch das am Alter, aber die Zeit in der man regelmäßig „unter Menschen“ geht ist eindeutig vorbei. Man verbringt seine Abende dann lieber gemütlich auf dem Sofa, zockt mit Freunden und lässt das Leben in diesem Moment einfach dahinplätschern. Gutes Gefühl! Nur das mit den Folgekosten zieht ein bisschen an der Stimmung. Für 2013 steht ein neues Abspielgerät in Form eines schicken & großen Flat-TV auf dem Plan. Außerdem fängt 2013 schon mit einem Game-Knaller in Form von GTA V an. Man, man, man…geht da die Kohle schnell flöten. Aber ich machs ja gern.

Krebs ist ein Arschloch

Was mich dann 2012 doch noch arg beschäftigt hat, war ein Krebsbefund im nahen familiären Umfeld. So etwas ist immer kacke, aber wenn es einen dann doch mal persönlich betrifft, zieht es einem die Schuhe schneller aus als eine Stripperin ihre spärlichen Klamotten. Ich muss ganz ehrlich sagen -trotz dem am Ende doch guten Ausgang-, mich hat diese Nachricht doch erst mal ein paar Tage verdammt durchgewirbelt und mich dazu gebracht (anders) übers Leben nachzudenken. Zwar fange ich jetzt nicht an, auf irgendwelche Esoterik-Trips zu schieben, aber die Sichtweise aufs Leben hat sich schon ein bisschen geändert. Ok…Das mit dem Rauchen aufhören hat nicht ganz geklappt und auch sonst fange ich jetzt nicht an irgendwelches vermeintlich gesundes Zeug in mich zu stopfen. Aber für 2013 sind ein paar Untersuchungen angedacht, die ich sonst eventuell ein paar Jahre länger vor mir her geschoben hätte. Insofern hat dieser Vorfall dann doch etwas gebracht. Und sei es nur ein Umdenken in Sachen „Körpergefühl“ & Umsicht. Wenn ich mich allerdings zum Hypochonder entwickle…verkünde ich es rechtzeitig bevor ich das Blog zu einer „Lebens- und Gesundheitsseite“ umstricke. Ihr könnt mich dann beruhigt auf die Beine zurück holen.

Und sonst so

Viel mehr gibt es eigentlich gar nicht zu berichten. Ja, ja…Man könnte es als langweiliges 2012 bezeichnen. Nö…Würde ich so nicht unterschreiben. Neben den zwei, drei großen Dingen sind viele kleine aber ganz normale Dinge passiert. Ich hatte 2012 ungemein viel Spaß mit meinen Freunden, habe auch in diesem Jahr Menschen kennen gelernt die man entweder direkt ins Herz geschlossen hat oder am liebsten nie mehr wieder sehen möchte. Außerdem habe ich 2012 mal wieder mehr & mehr erfahren auf mich selbst acht zu geben und den gepflegten Egotrip durchaus schätzten gelernt. Das hat sich auch (gewaltig) hier im Blog widergespiegelt. Mit dem Hobby Fotografieren habe ich auch meinen Themenschwerpunkt aufgegeben. Ich hatte einfach kein Bock mehr das x-te Blog zus ein welches im Prinzip den gleichen Shit wie so viele andere verbloggen. Und da em Ende eh immer weniger kam…Wurde es eben ein kompletter Neuanfang. Mehr von mir, mehr über mich, mehr für mich. Ich glaube, dass könnte man auch durchaus als den roten Faden für 2012 bezeichnen. Klingt für viele vielleicht hart, aber für mich ist dadurch 2012 zu einem doch sehr entspannten Jahr geworden.

Aber wie schon weiter oben gesagt, eigentlich gibt es keine guten oder schlechten Jahre für mich. Es ist das Leben wie es nun mal so kommt. Mit allen Höhen und Tiefen. Genau das macht es doch aus?! Und deswegen fange ich auch nicht an irgendwelche Pläne für 2013 zu stricken. Zumal es ja noch gar nicht sicher ist, ob wir überhaupt unbeschadet ins neue Jahr kommen. Und genau deswegen lege ich Euch zum Ende auch noch das „Weltuntergangssaufen 2012“ an Herz. Lustige Menschen die das Jahr mit Glühwein und Spaß ausklingen lassen. Ich freu  mich auf so ein paar spezielle Chaoten echt hart und finde schon jetzt, dass es kaum einen besseren Jahresabschluss geben kann. Und sollte dann die Welt doch nicht untergehen, so wird auch 2013 ähnlich gut (oder schlecht?!) wie dieses Jahr.

Danke 2012 für alles! Machs gut altes Jahr…

Dafür, dass Jahresrückblicke eigentlich nicht so meins sind, war das Ding jetzt aber doch verdammt lang & ehrlich. Mist…Offensichtlich werde auch ich mit dem Alter ruhiger und spießiger. Nun denn. Dann soll es halt so sein…Mal sehen obs 2013 so weiter geht.

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