Familienfeiern & andere Trauerfälle

Ein paar mal im Jahr gibt es da diese Pflichtveranstaltungen der Familie, denen sich noch nicht mal ein Menschenhasser wie ich entziehen kann. So wie gestern…Es wurde Geburtstag gefeiert. Übrigens so ein Ding etwas ich nicht verstehen kann…Das Zelebrieren des Älter werden…Aber das ist ein anderes Thema.

Zum Glück war es nicht mein eigener Geburtstag, sonst hätte ich die buckelige Verwandtschaft wohl auch nicht alle eingeladen. So aber geht man ja schon allein der guten Erziehung wegen hin und tut sich das halt mal an. Für genug Gerstensaft war ja zum Glück gesorgt. Der Abend war also gar nicht so schlecht…

Was mich jedes Mal aufs Neue fasziniert, wie sehr sich die Dinge im Alter doch offenbar einfahren. Da gibt es Onkel & Tanten, die nur ihren neu entworfenen Enkel (Wobei…So neu ist der Kurze gar nicht mehr!) im Kopf haben,  Geschwister die mal wieder irgendeinen Vogel abgeschossen haben und es damit zur fünfminütigen Berühmtheit im Dorf geschafft haben oder Bekannte die sich über triviale Dinge in einer Lautstärke aufregen, die es sonst nur im Bundestag gibt. Geballte Charaktere auf einem Haufen eben.

Bis zu einem gewissen Punkt (und bis das Bier anfängt zu wirken) ist das auch noch ganz spannend, den sich immer wiederholenden Geschichten zu lauschen. Doch irgendwann hüpft einem dann immer ein kleines Kerlchen durch den Kopp und springt mit vollen Schwung vor die Schädelinnenseite. Soll heißen, irgendwann wird es echt anstrengend zuzuhören. ich selbst bin dann jemand, der versucht sich auf manch ein triviales Ding einzulassen. Leider geht das meistens nicht lange gut. Ob das nun an den sehr verschiedenen Interessen liegt oder an meiner mangelnden Geduld, kann ich nicht sagen.

Irgendwann hat man einfach selbst genug und möchte einfach nur beim Rauchen an der frischen Luft in den dunklen Nachthimmel schauen und selig grinsen. Da trifft es sich gar nicht schlecht, dass so manch eine Familienfeier unter der Woche gefeiert wird und viele der Gäste am nächsten Tag wieder früh raus müssen. Und zur Not gibt es da ja auch noch die berühmte Druckbetankung. Nichtsdestotrotz kann ich diesen Familienpflichten auch etwas Gutes abgewinnen. Man sieht den ganzen Haufen mal wieder. Zwar habe ich den unschlagbaren Vorteil, dass die Verwandtschaft geschlossen hier in der Ecke wohnt und das man sich somit auch neben den ganzen Familienfeiern ab und zu mal über den Weg läuft, aber so geballt ist ja auch mal schön. Familie ist also doch was tolles!

Man muss ja bloß nicht selbst so eingefahren werden…Und auf seinen eigenen Partys etwas anders machen. Die Gäste zum Beispiel bis zum Exitus abfüllen und somit dafür sorgen, dass nicht geredet sondern auf den Tischen getanzt wird.

Bald ist ja Weihnachten…

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